Unser Stollen geht auf Reisen. Der Karton auch. Die Bürokratie sowieso.
Ein Paket ist mehr als nur ein Karton. Warum 7 Euro Versandkosten bei uns nicht einfach aus dem Hut gezaubert sind.
Wer bei uns einen Dresdner Stollen bestellt, sieht am Ende des Bestellvorgangs auch die Versandkosten. 7 Euro berechnen wir für den Versand innerhalb Deutschlands. Man könnte natürlich sagen: „Na ja, der Karton kostet doch keine 7 Euro.“ Stimmt. Der Karton allein nicht. Ein Paket ist nämlich ein kleines bisschen mehr als ein Karton mit einem Stollen drin.
Bevor Ihr Euer Paket in den Händen haltet, wird es bei uns sorgfältig gepackt, ausgepolstert, verschlossen, etikettiert und für den Versand vorbereitet. Gerade bei Stollen und feinen Gebäcken achten wir darauf, dass unterwegs möglichst wenig passieren kann. Denn eines können wir nicht beeinflussen: Was mit dem Paket passiert, sobald es unser Haus verlässt. Wir wissen aus Erfahrung, dass Pakete auf ihrem Weg zum Kunden nicht immer wie rohe Eier behandelt werden. Da wird gestapelt, sortiert, verladen, transportiert und manchmal vermutlich auch etwas schwungvoller umgepackt. Und genau deshalb packen wir lieber einmal ordentlich, als später einen zerbröselten Stollen erklären zu müssen.
Auch das Verpacken selbst kostet Zeit. Und natürlich entstehen Kosten für Kartons, Füllmaterial, Klebeband, Versandetiketten, Abholung und den eigentlichen Paketdienst. Deshalb verstehen wir unsere 7 Euro Versandkostenpauschale nicht als zusätzlichen Verdienst, sondern als faire Beteiligung an den tatsächlichen Kosten, die beim Versand entstehen. Wir könnten die Versandkosten natürlich auch einfach irgendwo in unsere Produktpreise einrechnen. Dann würde der Versand auf dem ersten Blick „kostenlos“ aussehen. Aber wir finden: Ehrlich ist besser. Wer ein Paket bestellt, verursacht Versandkosten. Und wir finden es fairer, diese transparent auszuweisen, statt sie irgendwo im Produktpreis zu verstecken.
Warum wir leider nicht mehr einfach nach ganz Europa verschicken können
Und jetzt wird es etwas weniger romantisch. Dafür umso bürokratischer. Viele Jahre haben wir unsere Dresdner Stollen und andere feine Gebäcke nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch nach Österreich und teilweise in weitere europäische Länder verschickt. Gerade Österreich war für uns als Dresdner Bäckerei natürlich interessant. Ein Nachbarland, kurze Wege und Kunden, die unseren Stollen gerne mögen.
Inzwischen ist der Versand ins EU-Ausland für kleinere und mittelständische Betriebe allerdings deutlich komplizierter geworden. Der Hintergrund: Für Verpackungen gelten in den einzelnen Mitgliedstaaten Regelungen zur sogenannten erweiterten Herstellerverantwortung. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Wer verpackte Waren in einem Land in Verkehr bringt, kann dort auch für die Verpackungen und deren Entsorgung beziehungsweise Verwertung verantwortlich sein. Und genau hier wird es für einen kleinen Betrieb schnell aufwendig. Denn es reicht nicht unbedingt, einmal in Deutschland alles korrekt zu registrieren und anschließend einfach Pakete durch ganz Europa zu schicken. Je nach Zielland können zusätzliche Registrierungspflichten, Meldungen, Beteiligungen an Entsorgungssystemen und weitere Anforderungen hinzukommen.
In Österreich müssen ausländische Versandhändler beispielsweise einen Bevollmächtigten für ihre Verpackungsverpflichtungen bestellen. Für einen großen Onlinehändler, der täglich tausende Pakete in ganz Europa verschickt, lässt sich so etwas wirtschaftlich und organisatorisch anders darstellen als für eine handwerkliche Bäckerei, die saisonal einige hundert oder wenige tausend Pakete verschickt.Und genau hier liegt für uns das Problem.
Wir möchten unsere Stollen gerne nach Europa schicken. Wir möchten aber nicht für jedes einzelne Land ein eigenes kleines Büro eröffnen müssen. Wir brauchen eine Lösung, die auch für kleine Betriebe funktioniert. Unserer Meinung nach wäre deshalb eine vernünftige Schwellen- oder Bagatellregelung sinnvoll. Ein Betrieb, der beispielsweise nur eine geringe Menge verpackter Waren in ein anderes EU-Land versendet, sollte nicht mit nahezu denselben organisatorischen Anforderungen konfrontiert werden wie ein internationaler Großversender. Das Ziel der Verpackungsregeln ist richtig: Verpackungen sollen erfasst, zurückgenommen, verwertet und recycelt werden. Dagegen haben wir überhaupt nichts. Aber zwischen einem internationalen Versandriesen und einer kleinen handwerklichen Bäckerei liegen eben ein paar Welten.
Auch die EU selbst hat inzwischen erkannt, dass kleine und mittlere Unternehmen durch die Vorgaben nicht unverhältnismäßig belastet werden sollten. Gleichzeitig wird auf europäischer Ebene bereits über Vereinfachungen diskutiert. Eine endgültige Lösung für alle diese Probleme gibt es allerdings noch nicht. Bis dahin haben wir deshalb schweren Herzens entschieden, unseren Versand zunächst auf Deutschland zu konzentrieren. Nicht, weil wir unsere österreichischen oder europäischen Kunden nicht mehr mögen. Ganz im Gegenteil. Wir würden sehr gerne wieder ganz unkompliziert quer durch Europa schicken. Aber eben so, dass es für uns rechtlich sauber, organisatorisch machbar und wirtschaftlich auch bei kleineren Versandmengen noch sinnvoll ist.
Vielleicht kommt irgendwann die Zeit, in der man als kleine Bäckerei wieder sagen kann: „Einpacken, Paketaufkleber drauf und ab nach Österreich.“ Wir würden es begrüßen. Sehr sogar. Bis dahin bleibt unser Stollen eben erstmal dort, wo er zu Hause ist: in Deutschland. Und dort schicken wir ihn weiterhin sorgfältig verpackt auf die Reise.
